Montag, 4. September 2017

Interview Sabrina Wolv und Strudel



Interview mit Sabrina und Strudel 

Liebe Sabrina, 
Vielen herzlichen Dank für deine Zeit, die du dir für dieses Interview nimmst. Können wir loslegen? 

Hallo liebe Manuela, das mache ich sehr gerne! Ich freue mich nämlich schon sehr auf unser Interview. Klar, dann lass uns gleich anfangen!

1.) Möchtest du dich uns bitte vorstellen?
Ich heiße Sabrina Peschke und bin 25 Jahre alt. Momentan wohne ich in der Nähe von München in einer etwas verrückten WG mit einer Freundin, meinem Verlobten und drei Frettchen. 
Unter meinem Pseudoym Sabrina Wolv schreibe ich Romane und Krimidinner.  


2.) Wie kam es zu den Namen Strudel? (Protagonist aus Nummer 365 - Die Lichtbringer)
Das werde ich irgendwie öfter gefragt ;-) 
Das Seltsame dabei ist: Ich weiß es gar nicht. Ich habe ihn nämlich nicht so genannt, sondern er hieß schon so, als ich ihn kennengelernt habe. 
Wie das sein kann, verrate ich euch später noch.
Lustigerweise denke ich bei Strudel auch nie - so wie anscheinend die meisten - an das Gebäck, sondern immer an einen Wasserstrudel. 

3.) Warum wähltest du Soldaten der Akademie?  
Die Geschichte, die ich erzählen wollte, passte sehr gut in dieses Setting. Außerdem habe ich Soziale Arbeit studiert und hatte dabei Kontakt zu ehemaligen Kindersoldaten. Deshalb wollte ich über das Thema ‚Kindersoldaten‘ schreiben. 

4.) Warum hast du Kinder von 6 Jahren aufwärts gewählt? Gibt es dazu einen Hintergrund?
Als ich die ersten Szenen geschrieben habe, war Strudel gleich relativ jung. Über das genaue Alter habe ich dann lange nachgedacht und mich schließlich für sechs entschieden. 
Das hatte mehrere Gründe. Erstens finde ich das Alter realistisch, da auch heutige Kindersoldaten leider früh ‚rekrutiert‘ werden. Kleine Kinder sind schlicht noch leichter zu beeinflussen. Zweitens lege ich großen Wert auf die Entwicklung meiner Charaktere und wollte Strudels möglichst von Anfang an zeigen.
Und drittens kannte ich ein solches Konzept noch nicht von anderen Dystopien und fand es unheimlich interessant das auszuprobieren.


5.) Auch wenn die Geschichte fiktiv ist, denkst du vielleicht auch, dass es für einige Leser unglaubwürdig erscheinen mag, dass 6-jährige Kinder die Sprache eines 16-Jährigen haben? Vielleicht magst du uns darüber etwas mehr erklären? 
Ja, klar. Ich kann sehr gut verstehen, dass dieser Eindruck entsteht. 
Zwar habe ich mich beim Schreiben bemüht, die Kinder zu Beginn wie 6-Jährige sprechen zu lassen, ob mir das gelungen ist, müssen allerdings die Leser entscheiden.
Mir ist klar, dass dabei ein paar Charaktere total aus der Reihe fallen. Zum Beispiel Finan und Simon. Allerdings ist der eine hochbegabt und der andere zu diesem Zeitpunkt bereits älter. Auch Strudel spricht, wenn er mal ein Wort herausbringt, nicht gerade wie ein typischer 6-Jähriger. Hier habe ich versucht, seine bisherigen Erfahrungen einfließen zu lassen. 
Im Laufe des Buches wollte ich die Sprache immer jugendlicher klingen lassen. Einerseits da die Kinder ja auch tatsächlich schnell älter werden. Andererseits, weil sie durch ihre Erlebnisse an der Akademie leider viel schneller erwachsen werden müssen, als gewöhnliche Kinder. 

6.) Wie kam es eigentlich zu dieser Idee und wie lange hast du an Band 1 gearbeitet?
Ich finde es immer ein bisschen peinlich das zu erzählen, denn es klingt kitschig und total abgedroschen. Aber es war tatsächlich ein Traum.
In diesem Traum kam Strudel vor. Ein verängstigter Junge, der es nicht ertrug, wenn andere ihn berührten. Ausgerechnet dieses traumatisierte Kind sollte zu einem Soldaten ausgebildet werden. Die Idee hat mich nach dem Aufwachen nicht losgelassen. Ich fand den Charakter so interessant und wollte unbedingt seine Geschichte erzählen.

Deshalb auch der Name. Strudel hieß schon im Traum (aus mir absolut unerklärlichen Gründen ;-) ) so. 
Im Roman selbst wird der arme Junge allerdings auch oft von anderen Charakteren auf seinen seltsamen Namen angesprochen. Deshalb wird es auch eine Erklärung dazu innerhalb der Geschichte geben, allerdings erst im zweiten Teil von ‚Nummer 365‘.

Ich habe etwa ein Jahr lang am Manuskript geschrieben und ein zweites Jahr darauf verwendet das Manuskript zu überarbeiten und einen Verlag zu suchen. Schließlich habe ich noch ein weiteres Jahr zusammen mit dem Verlag daran gearbeitet. Insgesamt also etwa 3 Jahre. 

7.) Ich sehe gerade, dass auch Strudel hier ist. Hallo Studel, könntest du dich den Lesern bitte vorstellen.
Strudel zuckt zusammen, als sich die Augen auf ihn richten. Nervös beginnt er mit der rechten Hand, über die Narbe in seiner linken Handfläche zu streichen. 
Sabrina lächelt ihm beruhigend zu. 
„Mein Name ist Strudel. Die Uniformierten nennen mich Soldat 365“, sagt er leise und blickt nur ganz kurz auf. „Sie haben mich auserwählt, um Eden zu schützen. Die letzte Zuflucht der Menschheit.
Als er merkt, dass die beiden Frauen ihn immer noch erwartungsvoll ansehen fügt er hinzu: „Ich bin in Trupp 6. Zusammen mit meinen Freunden Finan und Tian. Wir sollen in den Krieg ziehen. Aber ...“ Strudel zögert und wirft den Frauen einen prüfenden Blick zu, bevor er kaum vernehmlich murmelt: „Eigentlich will ich überhaupt nicht kämpfen.“

8.) Wie geht es dir heute? Du hast ja eine Menge schon erlebt in deinem Leben. Magst du uns kurz einen Einblick in die Vergangenheit geben ohne dass wir die Leser Spoilern? 
„Ich kann nicht.“ Strudel schüttelt heftig den Kopf. „Bitte, zwing mich nicht.“ Verzweifelt sehen Strudels türkise Augen Manuela an. „Mein Onkel, war kein guter Mensch.“ 

9.) Sabrina, das Ende ist ja „offen“, was dir meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist, da es neugierig macht, wie es mit Strudel weiter gehen wird. Wie viele Teile sind eigentlich geplant? 
Geplant ist eine Dilogie. Falls alles so läuft, wie geplant werde ich die Geschichte also im zweiten Teil abschließen. 

10.) Wie kam es zu der rot-schwarzen Uniform der Lichtbringer? 
Das hat mich noch nie jemand gefragt :D 
Ich habe mir damals überlegt, welche Farben bedrohlich wirken und gut zum Thema ‚Krieg‘ passen. Also habe ich rot für Blut und schwarz für den Tod gewählt. 

11.) Sabrina, ich weiß ja auch, dass du das Mittelalter auch liebst. Erzähl uns doch ein wenig darüber, was du daran toll findest und was du noch so machst. (Ich denke du weißt worauf ich hinaus möchte)
Ja, eins meiner Hobbys ist historischer, europäischer Schwertkampf. Deshalb habe ich das Privileg mit meinem Verein hin und wieder ins Mittelalter abzutauchen. 
Das habe ich mir schon als Kind gewünscht. Ich wäre nämlich gerne ein Ritter geworden ;-) Damit hat es ja leider nicht so ganz geklappt. Aber Geschichte und das Mittelalter im speziellen, fasziniert mich immer noch total. 
Ich lese auch unheimlich gerne historische Romane. Besonders die von Rebecca Gablé.
Das einfache Leben, die Abenteuer und natürlich die Ritter - Kämpfer für die Schwachen und Unterdrückten. *Seufz* 

Natürlich weiß ich, dass es im realen Mittelalter anders ausgesehen hat und ich dort wahrscheinlich weder leben wollte, noch besonders lange überlebt hätte. 
Aber es ist ein tolles Hobby und es macht unheimlich Spaß dem Alltagsstress immer mal wieder zu entfliehen.  

12.) Ist Nummer 365 dein Debüt oder hast du schon vorher etwas veröffentlicht? 
Nein. ‚Nummer 365 - die Lichtbringer‘ ist mein Debütroman. 

13.) Strudel, verrate uns doch, ob Sabrina ein Ritual oder Brauch beim Schreiben hat? Hat sie einen bestimmten Lieblingsort? Trinkt sie etwas bestimmtes? 
Strudel scheint sich etwas entspannt zu haben und antwortet vorsichtig: „Sie sitzt immer in diesem einen Zimmer, wenn sie schreibt. Da steht ein Tisch und es liegen ganz viele Zettel und Bücher herum.“ Er überlegt. „Manchmal macht sie komische Sachen. Wenn sie lange, ganz konzentriert geschaut hat. Sie fährt dann zum Beispiel mit ihrem Stuhl - so einem mit Rädern unten - durchs Zimmer und ruft laut ‚Huuuiii!‘. Oder- “
Sabrina schüttelt hektisch den Kopf und Strudel verstummt. 

14.) Strudel, was wünscht du dir für deine Zukunft? 
Gerade noch hat er ein bisschen über Sabrinas komisches Verhalten gelächelt, doch jetzt wird er wieder ernst. „Ich weiß nicht.“ Er zuckt mit den Schultern und sieht erschöpft aus. „Ich will einfach keine Angst haben müssen.“

15.) Liebe Sabrina, nun hast du hier noch Platz für Werbung und Worte die du den Lesern noch mitteilen möchtest. 
Ich würde mich natürlich riesig freuen, wenn ihr jetzt auf meine Dystopie neugierig geworden seid. Ich freue mich auch immer sehr über Feedback oder Fragen von Lesern, also zögert nicht, mir zu schreiben. 
Sonst könnt ihr euch ja auch mal meine Krimidinner ansehen. Das ist eine Art Spiel, bei dem ihr in andere Rollen schlüpft und zusammen mit Freunden während eines Essens einen Kriminalfall löst. Mein historisches Jack the Ripper-Krimidinner ‚Der Herbst des Schreckens‘ erscheint in ein paar Wochen. 
Falls weder Dystopie noch Krimidinner das Richtige für euch ist, braucht ihr nicht traurig zu sein. Ihr werdet von mir sicher bald noch mehr zu lesen bekommen!

Vielen herzlichen Dank Strudel und Sabrina, dass ihr mir Rede und Antwort gestanden habt. Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und Action zusammen und natürlich Erfolg für das Buch. 

Vielen Dank für deine ganze Arbeit! Das war ein echt cooles Interview mit dir. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht!


Strudel winkt Manuela schüchtern zum Abschied.

Ich winke Strudel und Sabrina noch einmal zu und hoffe, dass ich die Beiden bald wieder treffen kann. 

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