Donnerstag, 30. März 2017

Buchbesprechung Heldenflucht von Jan Kilman

Heldenflucht



Taschenbuch 521 Seiten
auch erhältlich als E-Book 
ISBN: 978-3453438378
Preis: € 9,99 (D), € 10,30 (A)
Erschienen im Heyne Verlag am 13.März 2017


Inhalt:

1918, Deutschland nach dem großen Krieg. Es herrscht Hungersnot und Leid.
In dieser Zeit kehrt Agnes Papen in ihre Heimatstadt zurück und wohnt seitdem bei ihrem Onkel. 
Sie kümmert sich, so gut sie kann um ihren kranken Onkel Hans, doch als er immer schwächer wird.
Agnes Papen, Kriegsberichterstatterin, erkennt den Ernst der Lage und sucht einen Arzt auf. Der Arzt total traumatisiert von den Ereignissen an den Kriegsschauplätzen, hilft dennoch Onkel Hans. 
Ein stummer französischer Soldat taucht plötzlich im Dorf auf und eine Serie von Gewalt kommt in den Gang.
Eine Leiche wird gefunden, Menschen verschwinden grundlos und Agnes beschließt nun der Wahrheit auf dem Grund zu gehen.
Wird Sie die Wahrheit finden? Welche Geheimnisse sind in Ihrem Heimatort? 

"Erst jetzt fiel ihm die Stille im Wald auf. Nichts war zu hören, die Vögel schwiegen. Hielten sie eine Totenwache? Oder war jemand in der Nähe, der sich versteckt hatte? Beobachtete ihn jemand? Der Täter?"
Seite 7




Meine persönliche Meinung:

Das Cover passt sehr gut zum Roman und der damaligen Zeit, die düster und voller Angst war. 

Das Buch umfasst Prolog, 80 Kapitel, dazwischen Feldpostbriefe, historische Nachrichten wie zum Beispiel: Freitag, 6. Dezember 1918 
Die Stadt Bonn wird von britischen und französischen Truppen besetzt.
Landtag von Elsaß-Lothringen spricht sich für den Anschluss an Frankreich aus.
In Folge des massiven Rohstoffmangels werden auf Anordnung des bayerischen Staatskommissars in Bayern die Rüstungsarbeiten eingestellt. 
Und einen Epilog am Ende. Zum Abschluss gibt es auch noch Hintergrundinformation zum Buch. 

Die Protagonisten Agnes Papen, Franz, Paul, Wiebke und alle weiteren sind realistisch beschrieben. 
Agnes Papen, die Hauptprotagonistin, Kriegsberichterstatterin, besorgt um ihren Onkel Hans, der zuerst sehr erkrankt und dann spurlos verschwindet.

Franz, 15 Jahre, etwas anders als die anderen. Beobachtet jedoch sehr genau sein Umfeld und seine Mitmenschen. Muss in der Tuchfirma zu arbeiten beginnen. 

Wiebke, Magd beim Ortsvorsteher, arbeitet hart und sehnt sich nach Veränderung. Ob auch sie die Liebe, Freiheit und Geborgenheit finden wird? Das verrate ich natürlich nicht. 

Paul, der französische, stumme Soldat, der eines Tages plötzlich wieder reden kann. Hat er mit dem Verschwinden vieler Bewohner und dem Mord zu tun? Lest selbst.

Die historische Erzählung, von Krieg, traumatisierten Menschen, Menschen die leiden und hungern, Menschen die dennoch Hoffnung haben und auf Liebe, Friede und Freiheit hoffen.

Der Schreibstil von Jan Kilman ist zwar nicht so leicht zu lesen, jedoch sehr informativ und spannend. Es ist kein Buch was man schnell lesen kann und auch nicht sollte, denn als Leser muss man sehr viel selber verarbeiten, wenn man die Feldpostbriefe (die übrigens aus echten Feldpostbriefen nachempfunden sind) liest. 

Im Vordergrund des Romans ist der historische Hintergrund das Hauptthema, jedoch genial gemischt mit einer Spannung wie im Krimi und auch etwas "Romantik". 

Mein Fazit:

"Sehr gelungener Roman, mit historischem Hintergrund und Spannung. Sehr informativ und lehrreich. Regt zum Nachdenken an. Fakten und Erfindungen perfekt zu einem Roman zusammen gemischt. Absolut lesenswert"
💖💖💖💖💖/5


Danksagung:
Vielen herzlichen Dank an den Heyne Verlag für das Leseexemplar, was jedoch meine ehrliche Meinung nicht beeinflusst hat. 








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